Auf den ersten Blick war die Anlage meiner kleinen Lehmsteilwand in einer ausgedienten Schublade nicht besonders erfolgreich – kein einiges Insekt bohrte sich durch die künstliche Lehmwand – obwohl ich die Härte vorher in Mischversuchen (Lehm und Sand) sorgfältig geprüft hatte und auch sonst die verfügbaren Expertenratschläge möglichst umgesetzt hatte. Im Rahmen einer sonnigen Kaffeepause konnte ich dann doch Bewegung in der Nisthilfe beobachten: Jemand nagte Lehm an der Mini-„Steilwand“ und trug ihn weg – wohin konnte ich aber nicht verfolgen.

Sie kam mir außerdem vage bekannt vor: Ich hatte sie einmal beim Transport eines Beutetieres beobachtet. Die Spinne trägt sie zu ihrem Nest.

Das besteht nicht aus einer Röhre im Boden – sondern aus kleinen, getöpferten Tönnchen. Ich verfolgte sie erfolglos, um das Nest mal zu sehen.
Tage später suchte ich meine Gartenhandschuhe im offenen Schrank an der Terrassentür – und voilà: Das Gelege der Tönnchenwegwespe.

Ich habe es sorgfältig geschützt in den Schrank zurückgelegt. Nach dem Urlaub waren die Tönchen an den Seiten aufgenagt und leer. Die nächste Generation Spinnenkiller ist also im Garten auf Patrouille.
Die Tönnchenwegwespe hat den Baumörtel im Flug transportiert, die Spinnen holt sie dagegen meist zu Fuß. Vorher nimmt sie zum besseren Transport die Beine ab – und trinkt an den Bißstellen etwas Lymphe für die eigene Eiweißversorgung (nimmt man jedenfalls an). Ansonsten ernährt sich die erwachsene Wegwespe von Blütennektar.



